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- *Generative KI* Künstliche Intelligenz – Wird sie die Welt wirklich verändern?
Ein Beitrag von BlackPoint Asset Management GmbH Nachzulesen unter: https://www.blackpoint-am.com/facts-8/facts_2024_q2.pdf Schnelle Fortschritte in der generativen Künstlichen Intelligenz (Gen KI) bieten ein enormes Potenzial, Produktionsprozesse zu revolutionieren und das Produktivitätswachstum erheblich zu steigern. Gen KI hat die Fähigkeit, die Verfügbarkeit und Nutzung von Informationen grundlegend zu verändern. Diese transformative Dynamik ist vor allem im privaten Sektor bereits spürbar. Der öffentliche Sektor profitiert derzeit hauptsächlich von höheren Steuereinnahmen, wird aber zukünftig effzientere Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen wie Gesundheitswesen, Bildung und Verwaltung erbringen. Trotz ihres großen Potenzials bringt die Gen KI auch erhebliche Herausforderungen mit sich. Im Gegensatz zu früheren disruptiven Technologien wie der Dampfmaschine, Elektrizität und Personal Computern zeichnet sich die Gen KI durch ihr schnelles Verbreitungspotenzial aus. Das immense Ausmaß und die Geschwindigkeit dieser Transformation stellen erhebliche Risiken für die Arbeitsmärkte dar. Während Automatisierung und Roboter bereits Arbeitsplätze mit niedrigen und mittleren Qualifikationen, die routinemäßige Aufgaben umfassen, verdrängt haben, ermöglicht Gen KI eine fortschrittlichere Automatisierung, die potenziell zu Arbeitsplatzverlusten in kognitiven Berufen führen könnte. Dies könnte zur Folge haben, dass der Anteil der Arbeitseinkommen am Nationaleinkommen weiter sinkt und die Einkommens- und Vermögensungleichheit zunimmt. Zudem könnten dominante Unternehmen in immer stärker konzentrierten Märkten ihre Marktmacht weiter ausbauen und Monopolgewinne erzielen. Trotzdem sind sich die Ökonomen mehrheitlich einig, dass die generative KI langfristig zu deutlichen Wachstumssteigerungen der globalen Volkswirtschaften führen wird. Gemäß den Schätzungen von Goldman Sachs wird der durch KI bedingte Schub den rückläufigen Produktivitätstrend in den meisten Volkswirtschaften in den nächsten zehn Jahren deutlich übertreffen und einen Wachstumsanstieg von 0,4 Prozentpunkten in den USA, 0,3 Prozentpunkten im Durchschnitt in anderen Industrieländern und 0,2 Prozentpunkten im Durchschnitt in fortschrittlichen Schwellenländern herbeiführen. In den übrigen Schwellenländern wird der Effekt geringer ausfallen, da die Einführung verzögert ist und die KI-Exposition geringer ausfällt. Hier wird das Wachstum voraussichtlich unverändert bleiben. Vor 2027 wird in keinem Land ein KI-induziertes Wachstum von mehr als 0,1 Prozentpunkten erwartet. Daher bleiben die Prognosen für die USA bis mindestens 2027 und für andere Volkswirtschaften bis 2028 unverändert. In einem Land wie Japan, das einerseits mit Überalterung kämpft, andererseits Digitalisierung und Automatisierung in der Wirtschaft forciert, könnte der Anteil des KI-impliziten Wachstums am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei über 30% liegen. Schätzungen für Europa, das sich zumindest demografisch in einer ähnlichen Situation befindet, sehen im Jahr 2034 einen KI-induzierten Anteil von ca. 27% am BIP. Die Entwicklung leistungsfähiger KI könnte zu den bedeutendsten makroökonomischen Ereignissen des 21. Jahrhunderts gehören, mit wichtigen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Finanzmarktrenditen und langfristigen Zinssätze. Generative KI könnte somit der globale Wachstumstreiber für viele Jahre sein. Technologieunternehmen waren sicherlich die ersten Profiteure der KI-Einführung für den breiteren Markt. Mittlerweile verzichtet kaum eine Geschäftsstrategie auf die Nennung von KI als Katalysator für zukünftige Erfolge. Dies betrifft nicht nur die IT- und Kommunikationssektoren, sondern auch Industrie-, Konsumgüter-, Finanz- und Gesundheitsunternehmen, bei denen KI-Anwendungen letztlich Effizienzsteigerungen bewirken könnten. Die ökonomische Macht, die vor allem amerikanische Technologieunternehmen bereits heute verkörpern, zeigt folgende Studie (Abbildung 1). Wir untersuchten die 2.900 wichtigsten Unternehmen der Welt, allesamt Mitglieder im MSCI All Country Index (ACWI), auf ihre Profitabilität. Als proprietäre Maßzahl verwendeten wir einen bereinigten Unternehmensgewinn, der den tatsächlichen Wert repräsentiert, den ein Unternehmen innerhalb eines Jahres erwirtschaftet. Vereinfacht ausgedrückt, wird mittels eines Diskontierungsmodells der heutige Wert der Differenz zwischen Kapitalrendite und Kapitalkosten ermittelt. Die Ergebnisse verblüffen: Die zehn profitabelsten Unternehmen der Welt verdienen 43% der gesamten bereinigten Unternehmensgewinne und damit nahezu so viel wie die übrigen ca. 2.870 Titel im ACWI. Von den zehn Unternehmen stammen neun aus den USA und sieben sind im Technologiebereich tätig. Erweitert man die Analyse auf die 50 profitabelsten Unternehmen (nicht abgebildet), so vereinigen diese bereits 82% der Gesamtgewinne und 40 Titel sind amerikanischen Ursprungs. Eindrucksvoller lässt sich die Vormachtstellung der USA und deren ökonomische Potenz kaum darstellen. Die Weltwirtschaft steht am Beginn einer neuen Ära: der 5. industriellen Revolution. Diese wird maßgeblich durch die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz (KI) geprägt, insbesondere durch die Generative KI. Wir denken, diese Revolution wird in drei Phasen voranschreiten (Abbildung 2). In unserer Portfoliostrategie müssen wir die Evolution der Künstlichen Intelligenz, die möglicherweise das Potenzial besitzt, eine industrielle Revolution einzuläuten, angemes- sen berücksichtigen. Unsere Prämisse, hauptsächlich in etablierte Unternehmen zu inve- stieren, die verlässliche Cash-Erträge generieren und damit hohe Kapitalrenditen erzie- len, bleibt unverändert im Vordergrund. Mit der anhaltenden Aktienrallye im Technologie- sektor rückt die Diskussion über Bewertungen dabei immer mehr in den Fokus. Die mei- sten Titel der Phase I (KI-Infrastruktur) haben aufgrund des Optimismus hinsichtlich Künstlicher Intelligenz eine Bewertungssteigerung erfahren, aber die Anpassungen der Gewinnprognosen variierten stark. Wir engagieren uns aktuell in mehrere Titel aus dem Phase-I-Bereich (ASML, Super Micro, CrowdStrike etc.). Ein Segment, dem wir sehr früh unsere Aufmerksamkeit schenkten, ist die zweite Phase der KI-Adoption, in der Unternehmen erfolgreich sind, die ihre Tools anderen Unterneh- men anbieten und diesen somit die Nutzung von KI ermöglichen. Mit Microsoft und Alphabet setzen wir beispielsweise auf zwei Schlüsselunternehmen, die sowohl in Phase I als auch in Phase II ihre marktbeherrschenden Positionen festigten und in Phase III durch Produktivitätssteigerungen weiter ausbauen werden. Mit Blick auf das gewaltige Wachstumspotenzial, das generative KI in Aussicht stellt, legen wir innerhalb unserer Portfoliostrategie den Schwerpunkt auf die dritte Phase. Bei der Selektion von Titeln für den BlackPoint Evolution Fund spielt die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen eine große Rolle. Die KI wird sich in Branchen konzentrieren, die die Technologie zur Verbesserung der eigenen Produktivität nutzen können. Im Vordergrund steht die Steigerung der Arbeitsproduktivität durch KI-Automatisierung. Ausgangsbasis für unser akzentuiertes Engagement im Pharmasektor sind zum einen die stabilen Kapitalrenditen, zum anderen die Erwartung, dass führende Pharmaunterneh- men wie Pfizer, Roche, Merck, Novo Nordisk und Johnson & Johnson die KI nutzen werden, um ihre Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und Innovationen voranzutreiben. Die Integration von KI-Technologien in Forschung, Entwicklung, Diagnostik und Produktion hat bereits erhebliche positive Auswirkungen gezeigt und wird die Zukunft der Pharmain- dustrie nachhaltig prägen. Unternehmen, die diese Technologien frühzeitig und effektiv einsetzen, positionieren sich als Vorreiter in einer zunehmend digitalisierten und datenge- triebenen Branche. Roche benötigt nach eigenen Angaben im Durchschnitt 9,2 Jahre für die Entwicklung eines neuen Medikaments. Die KI wird diesen Zeitraum um mindestens 18 Monate verkürzen. Auch die gewaltigen Kosten von durchschnittlich 5 Milliarden Euro bis zur Einführung eines neuen Medikaments könnten durch die Nutzung der KI um 20% bis 50% reduziert werden. In unserem Portfolio investieren wir in Unternehmen, die in allen drei Phasen der KI- Revolution hervorragend positioniert sind. Eine ausgewogene Mischung aus Technologie- unternehmen und traditionellen, etablierten Unternehmen mit hoher Anpassungsfähig- keit bleibt für ein robustes und diversifiziertes Portfolio weiterhin unerlässlich. Bildnachweis: ©rado by firefly Wichtige Hinweise Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Information zur Werbung für ein Produkt (Werbemitteilung) der BlackPoint Asset Management GmbH („BlackPoint Asset Management“) und es darf ohne vorherige Erlaubnis weder reproduziert noch veröffentlicht werden. BlackPoint Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit Sitz in 80539 München, Herrnstr. 44. Die Firma ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB262183 eingetragen und wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beaufsichtigt. Die Werbemitteilung stellt keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar und ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder finanzielle Beratung. Die vorstehenden Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Zeitpunkt der Erstellung dieser Werbemitteilung. Eine Garantie für die Aktualität und fortgeltende Richtigkeit kann daher nicht gegeben werden. Bei den Angaben handelt es sich um Vergangenheitsdaten, die keinen Indikator für zukünftige Entwicklungen darstellen. Der Kapitalwert und der Anlageertrag eines Investments in den BlackPoint Evolution Fund, einem Teilfonds des BlackPoint Umbrella-Fonds, werden ebenso Schwankungen unterliegen wie die Notierung der einzelnen Wertpapiere, in die der Fonds bzw. die jeweiligen Teilfonds investieren, so dass erworbene Anteile bei der Rückgabe sowohl mehr, als auch weniger wert sein können als zum Zeitpunkt der Anschaffung. Gesamtrisikoindikator (SRI): Der Fonds wurde auf einer Skala von 1 bis 7 in die Risikoklasse 3 eingestuft, wobei 3 einer mittelniedrigen Risikoklasse entspricht. Diese Einstufung beruht auf der Annahme, dass Sie den Fonds 5 Jahre halten. Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt. Weitere Informationen zu Anlegerrechten sind auf der Homepage der Verwaltungsgesellschaft ( www.ipconcept.com/ipc/ de/anlegerinformation.html) in deutscher Sprache einsehbar. Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb der Anteile ihrer Organismen für gemeinsame Anlagen getroffen hat, gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU aufzuheben. Die Grundlage für den Kauf bilden ausschließlich der Verkaufsprospekt mit dem Verwaltungsreglement, das Basisinformationsblatt (KID) sowie die Berichte. Eine aktuelle Version der vorgenannten Dokumente ist kostenlos in deutscher Sprache am Sitz der Verwaltungsgesellschaft IPConcept (Luxemburg) S.A., 4, rue Thomas Edison, L-1445 Strassen, Luxemburg, auf der Homepage ( www.ipconcept.com ), bei der DZ PRIVATBANK S.A., 4, rue Thomas Edison, L-1445 Strassen, Luxemburg, sowie der deutschen Vertriebsstelle BlackPoint Asset Management GmbH, Herrnstr. 44, 80539 München, erhältlich.
- Kann Technologie zukünftig Ärzte und Pflegekräfte ersetzen? - Ein Gedankenspiel der Möglichkeiten durch intelligente Systeme und Wearables
Die Gesundheitsbranche steht vor einer Revolution, angetrieben durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI). KI hat bereits bewiesen, dass sie die Diagnosegenauigkeit durch Mustererkennung in medizinischen Bildern verbessern kann. Maschinelles Lernen ermöglicht die Erstellung personalisierter Behandlungspläne basierend auf Patientendaten. Zudem unterstützen Chatbots und virtuelle Assistenten das Gesundheitspersonal bei der Patientenbetreuung und -kommunikation. Ein weiterer bedeutender Einflussfaktor sind Wearables, die persönliche Gesundheitsdaten tracken. Diese tragbaren Geräte, wie Fitness-Tracker und Smartwatches, erfassen kontinuierlich Vitaldaten wie Herzfrequenz, Schlafmuster und Aktivitätslevel. Die gesammelten Daten bieten wertvolle Einblicke in die Gesundheit der Nutzer und können zur Früherkennung von Krankheiten beitragen. Beispielsweise können Anomalien im Herzschlag frühzeitig erkannt werden, was zu schnelleren medizinischen Interventionen führt. Doch was wäre möglich, wenn es keine Einschränkungen wie Datenschutz oder ethische Kriterien gäbe? Stellen Sie sich eine Welt vor, in der KI und Wearables nahtlos integriert sind und eine umfassende Gesundheitsüberwachung ermöglichen. Jeder Mensch könnte rund um die Uhr von intelligenten Systemen überwacht werden, die sofort auf jede gesundheitliche Abweichung reagieren. KI könnte präzise Vorhersagen über zukünftige Gesundheitsprobleme treffen und präventive Maßnahmen empfehlen, bevor Symptome überhaupt auftreten. Wearables könnten nicht nur Daten erfassen, sondern auch direkt medizinische Eingriffe vornehmen, wie die Verabreichung von Medikamenten oder die Durchführung kleinerer Operationen. Diese Vision mag übertrieben erscheinen, doch sie zeigt das immense Potenzial von KI und Wearables in der Gesundheitsbranche. Während wir uns auf eine Zukunft zubewegen, in der Technologie eine immer größere Rolle spielt, bleibt es entscheidend, die Balance zwischen Innovation und ethischen Standards zu wahren. Es gibt einige interessante Fallstudien, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen beleuchten. Eine Fallstudie des Fraunhofer ISI beschreibt die App "Mika", die Krebspatienten digital begleitet. Die App bietet Informationen zur Erkrankung und empfiehlt Aktivitäten in den Bereichen Bewegung, Ernährung und psychologische Resilienz. Ein digitales Symptom-Tagebuch ermöglicht eine personalisierte Begleitung der Patienten. Die Universität Zürich hat eine Fallstudie zur Unterstützung von Tumorboards durch KI entwickelt. Diese hypothetische Fallstudie zeigt, wie KI-Systeme bei der Suche nach optimalen Therapien helfen und letztendlich Entscheidungen weitgehend autonom treffen könnten. Eine weitere Fallstudie befasst sich mit der KI-gestützten Patientenüberwachung. Diese Technologien revolutionieren das Gesundheitswesen, indem sie fortschrittliche Überwachungsstandards setzen und so bessere Patientenergebnisse und eine verbesserte Gesundheitsversorgung gewährleisten. Ein Gedankenexperiment: Angesichts des massiven Pflegekräftemangels in Deutschland könnten Robotik, KI und Technologie eine entscheidende Rolle spielen. Stellen Sie sich vor, Roboter übernehmen körperlich anstrengende Aufgaben wie das Heben und Umlagern von Patienten, während KI-Systeme die Verwaltung und Planung von Pflegeplänen optimieren. Intelligente Assistenzsysteme könnten Pflegekräfte bei der täglichen Arbeit unterstützen, indem sie Routineaufgaben automatisieren und so mehr Zeit für die direkte Patientenbetreuung schaffen. In einer idealen Welt könnten diese Technologien nicht nur den Pflegekräftemangel lindern, sondern auch die Qualität der Pflege erheblich verbessern. Die Möglichkeiten sind grenzenlos, und die Reise hat gerade erst begonnen. Beitrag und Bildmaterial erstellt mit Unterstützung von KI Quellen [1] Germany: Improving staffing and workforce availability in healthcare ... [2] The Lack of Nursing Personnel in Germany Continues to Worsen [3] Germany's Growing Demand for International Healthcare Workers [4] Germany: Country Health Profile 2023 - OECD [5] Germany: Country Health Profile 2023 | European Observatory on Health ... [6] State of Health in the EU Germany - World Health Organization [7] Nursing Shortage in Germany: Strategies to Close the Gap - CWC Recruitment [8] Nursing in crisis: Causes, legal framework and solutions for the ... [9] Transforming Healthcare Staffing: A Blueprint for Germany's Future - CW1 [10] Addressing the Skilled Labor Gap in Germany’s Healthcare Industry [11] https://doi.org/10.1787/21dd4679-en
- Die Trump‘sche Zeitenwende – Rückenwind für Europa - ein globaler Blick von APUS CAPITAL GmbH
Quelle: 123RF Egal mit wem man sich aktuell unterhält, die Vorgehensweise und Maßnahmen der neuen US-Regierung rufen viel Kopfschütteln, Unverständnis, aber auch Ängste hervor. Donald Trump und sein Team setzen im Eiltempo ihr im Wahlkampf propagiertes Regierungsprogramm um. Ihr rabiates Vorgehen schädigt dabei den weltweiten Ruf der USA als Verfechter von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Über Jahrzehnte gewachsene internationale Partnerschaften und Bündnisse werden aufgekündigt oder in Frage gestellt, Zölle massiv zur Durchsetzung eigener Interessen eingesetzt und diplomatische Verhaltensregeln über den Haufen geworfen. Hierbei ist die Kommunikation erratisch und oft widersprüchlich. Die Halbwertzeit mancher Aussagen ist nicht viel länger als ein Tag. Unzweifelhaft: Die USA haben sowohl politisch als auch wirtschaftlich eine Zeitenwende eingeläutet! Neben der Problematik, welche Reaktionen darauf seitens der bisherigen Verbündeten und Handelspartner nun angemessen und sinnvoll sind, treibt uns als Investoren natürlich die Frage um: Welche Auswirkungen wird das Vorgehen der US-Administration auf die Weltwirtschaft, einzelne Branchen und Unternehmen und damit auf die Kurse an den Börsen haben? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Weniger Freihandel und ein durch Zölle ausgelöster Inflationsschub sind sicher negativ für die Weltwirtschaft und damit ebenso für die Finanzmärkte. Demgegenüber dürften die politisch getriebenen Investitionsprogramme in Verteidigung und Infrastruktur aber einen Konjunkturschub in Europa auslösen. Außerdem könnten sich die durch Trumps Zölle ausgelösten veränderten Handelsströme für Europa als vorteilhaft erweisen. Darüber hinaus führt der Druck von außen zu einem lange nicht gesehenen Zusammenrücken der europäischen Staaten. Man verfolgt wieder verstärkt gemeinsame Ziele, bricht verkrustete Strukturen auf und bringt wichtige Reformen schneller voran. Das Thema ist allerdings komplex. Die gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten wie auch die Unsicherheit über die weitere politische Entwicklung machen eine Prognose nicht einfach. Wir bei APUS sind zwar primär Einzelwertspezialisten und haben somit unseren Fokus auf die Potentiale einzelner Aktien. Die Geopolitik verändert jedoch aktuell auf dramatische Weise die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen. Der politische Einfluss auf die Aktienmärkte ist so groß wie lange nicht mehr. Wir möchten daher im Folgenden versuchen, die Auswirkungen der Trump‘schen Politik für die Weltwirtschaft, auf Europa und einzelne Sektoren zu analysieren. Starten wir mit der Handelspolitik der neuen US-Regierung: Was Donald Trump und sein Team dort mit großer Dynamik vorantreiben, ist für uns als neutrale Beobachter und Verfechter des Freihandels nur schwer zu verstehen. Ob allerdings ihre Zollpolitik, deren Hauptziel der Abbau des Handelsdefizits der USA ist, so negativ zu sehen ist, wie es von vielen Beobachtern getan wird, bezweifeln wir. Trump wie auch seine rechte Hand Elon Musk agieren so, wie sie ihre Unternehmen führen. Die angedrohten Zölle sind ein Druckmittel, um Staaten zu bewegen, auf Forderungen der USA auf anderen Gebieten einzugehen. Hat man dort sein Ziel erreicht, wird die Zollschraube wieder gelockert. So ist es zum Beispiel ein großes Ziel der Trump-Administration, das ausufernde Drogenproblem in den Griff zu bekommen. Allein 2023 starben 107.000 Menschen in den USA an Drogenmissbrauch. Die synthetische Droge Fentanyl ist inzwischen die häufigste Todesursache für Amerikaner zwischen 18 und 49 Jahren! Quelle: National Center for Health Statistics – *Berechnungsmethodik siehe Daten CDC Center for Disease Control and Prevention Die Zolldrohungen gegenüber Mexiko und Kanada haben unter anderem das Ziel, das Einschleusen der Drogen in die USA zu verhindern. Erste Signale in diese Richtung haben zeitweise zur Aufschiebung der Zölle geführt. Dieses Vorgehen der US-Regierung hat zwar den Beigeschmack der Erpressung und hat mit den klassischen Spielregeln der Diplomatie nur wenig zu tun. Die Strategie funktioniert aber offensichtlich und kann durchaus positive Effekte wie einen abnehmenden Drogenkonsum haben. Ein weiterer Aspekt ist, dass es für Zölle ein wichtiges Korrektiv gibt: Die Wechselkurse! Höhere US-Zölle lassen die Nachfrage nach US-Dollars steigen, womit die amerikanische Währung gegenüber den mit Zöllen belasteten Staaten aufwertet. Bereits während der ersten Amtszeit von Donald Trump wurde die Wirkung seiner Zollmaßnahmen auf diesem Weg größtenteils konterkariert. Zwar mussten die Importeure Zölle bezahlen, ihre Waren verloren aber durch die Abwertung ihrer Währung gegen den US-Dollar nicht an Wettbewerbsfähigkeit. Quelle: Infront Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Gefahr von steigenden amerikanischen Zinsen durch eine zollbedingte Inflationsbeschleunigung eher unwahrscheinlich. Sollte es dennoch zu einer höheren Geldentwertung aufgrund der Zölle kommen, dürfte die amerikanische Notenbank wohl eher nicht darauf reagieren, weil es sich hierbei um einen einmaligen Effekt und keine dauerhafte nachfragebedingte Geldentwertung handelt. Im Gegenteil: Die Verunsicherung der Verbraucher und Unternehmen durch die Politik der US-Regierung könnte die bisher stabile US-Wirtschaft in eine Rezession abgleiten lassen. Genau diese Befürchtung wird aktuell an der amerikanischen Aktienbörse (man spricht schon von der „Trumpcession“) eingepreist. Eine deutliche Wirtschaftsabschwächung würde allerdings neuen Zinssenkungsspielraum für die amerikanische Notenbank eröffnen, was nach vorne gesehen ein Stimulus für die Aktienmärkte sein sollte. Die Frage ist natürlich auch, welche Implikationen ergeben sich aus einem möglichen Handelskonflikt mit den USA für Europa? Zunächst einmal scheinen die wichtigen Handelspartner der USA (Mexiko, Kanada, China) im Fokus der US-Zollpolitik zu stehen. Trump könnte sich aber genauso verstärkt gegen Europa wenden – die Zölle auf Stahl und Aluminium sind hier ein erster Vorgeschmack. Dies würde aber – wie oben dargestellt – zu einem tendenziell schwächeren Euro mit positiven Effekten für die Exportwirtschaft führen. Darüber hinaus könnten Länder wie Kanada oder China stärker europäische Waren nachfragen, da sie politisch motiviert weniger aus den USA beziehen wollen. So hat die kanadische Provinz Quebec nach den Zollankündigungen der USA beschlossen, vorerst keine amerikanischen Unternehmen mehr bei öffentlichen Ausschreibungen zu berücksichtigen. Fairerweise muss man allerdings als möglichen Gegeneffekt berücksichtigen, dass zum Beispiel chinesische Unternehmen versuchen könnten, die nicht mehr in den USA absetzbaren Waren mit Preisnachlässen in Europa zu verkaufen. Für Europa noch bedeutender sind jedoch die durch die veränderte Sicherheitspolitik der Trump-Regierung ausgelösten großen Investitionen der europäischen Staaten in Verteidigung und teilweise auch in die Infrastruktur. Hier sticht das 500 Mrd. € schwere Investitionspaket der angehenden neuen Bundesregierung hervor. Andere Staaten werden nachziehen. Um die sicherheitspolitisch notwendigen Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit nach dem „Rearm Europe“-Plan auf breiter Front zu ermöglichen, wurde auf dem jüngsten EU-Gipfel beschlossen, die Schuldenregeln in der EU zu lockern. Zudem wird die EU Kredite in Höhe von 150 Mrd. € an ihre Mitgliedsländer geben. Dies zusammen soll einen Spielraum von 800 Mrd. € für zusätzliche Verteidigungsausgaben in den kommenden vier Jahren eröffnen. Zwar ist hier noch die eine oder andere politische Hürde zu nehmen, wie die aktuelle Entwicklung beim Thema Schuldenbremse in Deutschland zeigt. Der Handlungsdruck durch die verminderte militärische Rückendeckung der USA und die potentielle Bedrohung durch Russland ist aber groß. Die Investitionspläne werden daher wohl umgesetzt werden. Sicher gibt es edlere und bessere Ziele als öffentliche Gelder hierfür auszugeben. Europa muss sich aber, so traurig es ist, der veränderten Realität stellen. Die europaweit dramatisch steigenden Verteidigungsausgaben und die zusätzlich in Deutschland durch die neue Regierung geplanten Investitionen in die Infrastruktur dürften sich als bedeutendes Konjunkturprogramm erweisen. Nach ersten Schätzungen sollten Deutschland und die EU wieder ein 2%iges Wachstum des Sozialproduktes erreichen, mit eventuell noch merklich höheren Zuwachsraten in 2026 und 2027. Die relative Attraktivität Europas als Investmentziel für US-Investoren könnte daher zunehmen, zumal eine merkliche Abschwächung der US-Wirtschaft wahrscheinlicher wird. Der schon zuletzt zu beobachtende Zufluss internationaler Gelder in die EU könnte sich somit weiter beschleunigen. Dementgegen könnte man einen auf den ersten Blick negativen Aspekt für die europäische Wirtschaft und die Aktienmärkte anführen: Die Auswirkungen der zusätzlichen öffentlichen Investitionen auf die Zinsen! Die Befürchtung ist, dass die deutlich steigende Kreditnachfrage der öffentlichen Hände nur mit merklich höheren Zinssätzen befriedigt werden kann, ähnlich wie man es nach der Wiedervereinigung in Deutschland Anfang der 90er Jahre gesehen hat. Dies könnte wiederum die Investitions- und Bautätigkeit im privaten Bereich belasten und den Wachstumseffekt der hohen Verteidigungsausgaben deutlich verringern. Sollte es zu einem bleibenden Anstieg der langfristigen Zinsen kommen, würde dies wiederum den Euro erstarken lassen. Dies hätte preissenkende und damit deflationäre Wirkungen bei den Importen und würde den Zinsdruck wieder abmildern. Auch könnten relativ zu den USA höhere Zinssätze und die Chance auf Währungsgewinne steigendes Interesse ausländischer Investoren an europäischen Staatsanleihen nach sich ziehen. Mögliche durch die US-Zölle getriebene preisaggressive chinesische Importe in die EU könnten ebenfalls den Inflations- und somit den Zinsdruck abmildern. Ein weiteres Ziel, das die neue amerikanische Regierung verfolgt, ist zudem der Abbau von Bürokratie. Dass man hierbei mit der „Holzhammer-Methode“ vorgeht, ganze Bereiche der öffentlichen Verwaltung ins Chaos stürzt und gleichzeitig quasi als „Nebeneffekt“ noch versucht, politische Gegner auszuschalten, ist sicher mehr als fragwürdig. Sollte es durch diese Radikalkur aber zu deutlichen Kosteneinsparungen und positiven Effekten für die US-Wirtschaft kommen, wird der Druck auf die EU und ihre Mitgliedsländer zunehmen, das Thema der überbordenden Bürokratie ernsthaft anzugehen. Nachdem viele europäische Unternehmen die ständig zunehmenden regulatorischen Vorgaben als größte Belastung für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sehen, könnte ein merklicher Bürokratieabbau erhebliche Wachstumsimpulse auslösen. Die durch die Trump-Administration politisch und wirtschaftlich auf beiden Seiten des Atlantiks ausgelöste Konfusion könnte sich am Ende für Europa und damit ebenso für die europäischen Finanzmärkte erstaunlicherweise als positiv erweisen. Hierzu wäre e s aber sicher gut, wenn langsam etwas Ruhe einkehren würde und die Investoren wieder ein etwas stabileres Bild der Rahmenbedingungen hätten. Prinzipiell sind wir aber optimistisch, dass die jüngsten Ereignisse die europäische Wirtschaft eher stärken werden. Internationale Anleger dürften daher wieder vermehrt auf europäische Aktien schauen. In diesem Umfeld sollte besonders die im Vergleich zu den US-Märkten deutlich günstigere absolute Bewertung europäischer Aktien Beachtung finden. Aus diesem Grund könnten US-Unternehmen wieder verstärkt auf dem alten Kontinent nach attraktiven Übernahmezielen Ausschau halten. Sollte es Trump zudem tatsächlich gelingen, eine für alle Seiten einigermaßen akzeptable Friedensinitiative für die Ukraine auf den Weg zu bringen, würde dies das Interesse an europäischen Aktien nochmals verstärken. Erste Anzeichen einer relativen Outperformance der europäischen gegenüber den US-Börsen – ein lange nicht gesehenes Phänomen – haben wir in den letzten Wochen schon beobachten können. Hiervon haben zwar zunächst Sektoren wie Banken und Versicherungen, zyklische Industriewerte, Bauunternehmen aber auch kleinere Value Aktien profitiert. In diesen Sektoren sind wir bei APUS mit unserem auf Wachstum und Innovation orientierten Ansatz überhaupt nicht oder eher geringfügig investiert. Wir haben wohl vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse schon eher konjunkturneutrale Gesundheitstitel in attraktive, nun mit besseren Wachstumsperspektiven ausgestattete Industriewerte getauscht. Unsere innovativen und vielfach kleineren Technologieaktien haben aber dem Aufschwung des Gesamtmarktes bisher nur bedingt folgen können – sicher auch eine indirekte Auswirkung der aktuellen Schwäche des amerikanischen Technologiesektors. Da viele der politischen Ziele wie zum Beispiel eine verbesserte Infrastruktur (Bsp. Smart Cities) oder der Bürokratieabbau nur mit einem verstärkten Einsatz neuer Technologien erreicht werden können, sind wir aber überzeugt, dass besonders unsere Wachstumswerte noch vom möglichen Aufschwung an den europäischen Börsen profitieren werden. Denn: Große technologische Trends werden von politischen Ereignissen nur überlagert, aber niemals aufgehalten!



